Wieder kochen! Diesmal kongolesisch

Nach meiner Thai-Kochkurs-Teilnahme am Anfang des Monats, habe ich nun den Monat mit einem weiteren Kochkurs abgeschlossen. Und dieser war und ist ein echter Geheimtipp. Stattgefunden hat er im Kalenda Music Cafe hier in Duisburg-Ruhrort. Dabei handelt es sich um eine afrikanische Bar mit angeschlossener Küche. Leider gibt es keine Internetseite oder Facebook-Präsenz, die ich hier verlinken könnte. „Kalenda“, dass ist der Familienname des Betreibers Paul Kalenda, welcher uns einen authentischen Einblick in die Küche seiner Heimat gab. Insgesamt waren wir sieben Gäste, allesamt aus der frisch gegründeten Community „Ruhrort Kitchen“, die sich nun alle paar Wochen rotierend bei den verschiedenen Mitgliedern treffen will. Dabei präsentiert der Gastgeber seinen Gästen seine Lieblingsgerichte oder die Küche seiner Heimat. Den Anfang machte heute also Paul mit einem Einblick in die zentralafrikanische/kongolesische Küche.

Begrüßt wurden wir mit einer Orangenlimonade versetzt mit Ingwerwasser und Piri Piri. Ein starker Einstieg, Orange und Ingwer passen erstaunlich gut zusammen; lediglich die zusätzliche Schärfe durch die Piri Piri war mir zu viel und ich musste weiter verdünnen. Anschließend gab es eine kleine Warenkunde über die alltäglich benutzen Grundnahrungsmittel auf dem afrikanischen Kontinent: Maniok, butternut squash (dt. „Butternuss-Kürbis“) und Bananenblätter (gleichzeitig die natürliche Alufolie). Insbesondere die Maniok ist ein unglaublich vielseitiges Nahrungsmittel und ist vergleichbar mit der Kartoffel.

maniok
honeynut squatch
küche

Diese haben wir direkt in verschiedenen Darreichungsformen probiert: Angebraten, gekocht und in Bananenblättern gedämpft. Vor allem die gebratene Variante hat mir sehr gut gefallen. Dazu gab es pürierte Maniok-Blätter, die optisch und geschmacklich sehr ähnlich zu Grünkohl sind. Außerdem gab es am Stück gegarten Tilapia (ein Fisch, schmeckte für mich ähnlich wie Dorade); das war für mich als nicht sehr fischbegeisterter Mensch eine kleine Überwindung, war aber in Kombination super lecker.

Auch wenn diese Nahrung schon sehr sättigend war (die in Bananenblättern eingelegte Variante dient vielen Arbeitern und Reisenden als Proviant) gab es noch einen weiteren Gang. Hier tischte uns Paul einen ausgehöhlten Butternuss-Kürbis gefüllt mit Couscous und Hackfleisch mit Kürbiskernen auf. Das war unglaublich lecker; vor allem der butterweiche Kürbis in Kombination mit dem Hackfleisch war sehr gut. Alle Gerichte wurden komplett ohne Gewürze zubereitet, da diese in Zentralafrika nicht zur Verfügung stehen und daher nicht verwendet werden – der Fakt, der mich am meisten überrascht hat.

Ich kann nicht anders, als die Bar hier weiterzuempfehlen. Vor allem, da es wirklich nicht viel Werbung gibt und auch das äußere Erscheinungsbild der Wirtschaft leider nicht sehr einladend ist. Allerdings arbeiten dort herzensgute Menschen und es gibt neben Speis und Trank auch viel Musik. Über zukünftige Veranstaltungen kann man sich im Kreativquartier Ruhrort informieren. Paul engagiert sich außerdem mit weiteren Kollegen bei der World Africa Initiative.

Scharfe Sache – Thailändischer Kochkurs

Ich war gestern bei einem thailändischen Kochkurs; mein erster Kochkurs überhaupt. Und ich muss sagen, dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat. Stattgefunden hat das Ganze im Samui Duisburg – einem ohnehin sehr empfohlenen thailändischen Restaurant hier in der Stadt. Von 11 bis 16 Uhr haben wir Gemüseschnitzereien angefertigt und eine eigene rote Currypaste hergestellt, die als Basis für die drei zubereiteten Gerichte auch direkt verwendet wurde. Alle 19 Teilnehmer haben sich am Anfang einander kurz vorgestellt und eine kleine Selbsteinschätzung zur thailändischen Kochkunst gegeben; bis auf wenige Ausnahmen waren wir allesamt blutige Anfänger. Gekleidet in Kochschürze, ging es dann am eigenen, voll ausgestatteten Arbeitsplatz los. Unsere Köchin Pia hat in kleinen Etappen (angucken – nachmachen) die einzelnen Zubereitungsschritte zu jedem Gericht vorgemacht und Informationen zu den verwendeten Zutaten und zur thailändischen Kultur allgemein gegeben. Bevor es bei jedem Teilgericht an die eigene Umsetzung ging, konnte man ihre Kreation probieren, um einen Eindruck vom Geschmack zu bekommen. Auch während des eigenständigen Kochens unterstützte sie uns gezielt.

Besonders interessant fand ich die Herstellung der eigenen Currypaste. Eine solche Paste habe ich nicht nur noch nicht selber hergestellt, auch Gedanken darüber hatte ich mir noch nie gemacht. Die vielen einzelnen Zutaten wie etwa Zitronengras, Chili, Koriandersamen und Knoblauch werden erst klein geschnitten und anschließend in einem Mörser zerstoßen bis nur noch eine cremige Masse übrig ist. Die entstandene Currypaste wurde dann für eine scharf-saure Zitronengrassuppe mit Pilzen (Tom Yum Hed) und für ein Kokos-Gemüse-Curry (Gaeng Pet Pak) verwendet.  War ich bei der Suppe noch etwas übermotiviert mit der Menge der verwendeten Paste (ich habe seit langem nicht mehr etwas so scharfes gegessen!), hielt ich mich bei dem Kokos-Curry etwas zurück. Zwischen Suppe und Kokos-Curry haben wir noch eigene Frühlingsrollen hergestellt. Auch das ging einfach von der Hand: Chinakohl, Karotten und Knoblauch im Wok andünsten und anschließend eingeweichte Glasnudeln zugeben und mit Paprika, Salz, Zucker und Sojasauce abschmecken. Anschließend den (vorhandenen) Teig belegen, korrekt zusammenrollen und -kleben. Anschließend muss die Frühlingsrolle nur 2-4 Minuten im Wok frittiert werden. Einfach und lecker.

Gemüseschnitzereien (Radieschen)
Zitronengras-Suppe
Frühlingsrollen
Kokos-Gemüse-Curry (mit Gemüseschnitzereien)

Am Ende durften wir unsere zubereiteten Speisen natürlich vor Ort verzehren und übrig gebliebenes mitnehmen. Den ganzen Tag über wurden wir mit kostenlosen Getränken versorgt und haben am Ende auch die Rezepte in einem kleinen Booklet mitbekommen. Sehr gelungen, gerne wieder!

 

Die Leiden des Spielleiters

Ich bereite momentan den nächsten Abend unserer Cthulhu Pen and Paper Runde vor. Nach einem von mir erdachten Szenario im Duisburg der 20er Jahre (welches ich momentan für eine Veröffentlichung aufbereite; mehr Infos gerne auf Nachfrage) und einem Füllabenteuer, wagen wir uns nun an eine der offiziellen Kampagnen. Entschieden haben wir uns für Tatters of the King bzw. Königsdämmerung. Obwohl es eine der umfangreicheren Kampagnen ist, soll sie einfach beginnen und sich anschließend in Sachen Komplexität und nötiger Vorbereitung durch den Spielleiter immer weiter steigern; das klingt sehr passend für uns. Ich lege viel Wert auf eine logische Verknüpfung der Abenteuer, so habe ich bereits in meinem Duisburger Auftakt einen Hinweis auf den Prolog von Königsdämmerung versteckt, den die Spieler zum Glück gefunden haben. Somit hatten ihre Charaktere eine starke Motivation, von Duisburg nach London zu reisen und dort direkt den Ort des Geschehens aufzusuchen. Die Reise nach London haben wir ebenfalls ausgespielt; als Reiseabenteuer habe ich Ars Mathematica ausgesucht, das mir auf Grund der vielen parallel stattfindenden Dinge die ein oder andere Schweißperle auf der Stirn bescherte.

Insgesamt stelle ich nun fest, dass die Vorbereitung auf ein vorgefertigtes Abenteuer – oder wie jetzt: eine Kampagne – sehr komplex ist. Was müssen die Spieler wissen, um weiterzukommen? Was dürfen sie auf gar keinen Fall verpassen? Wie stehen die ganzen NSCs zueinander und wie verstricke ich mich beim Leiten nicht in unlogische Widersprüche? Wie verhindere ich das Geben von falschen Hinweisen in komplett falsche Richtungen (in meinem Duisburger Abenteuer entstand so das nicht vorbereitete Krankenhaus, was komplett improvisiert werden musste)? Man muss die Kampagne minutiös durcharbeiten und sich Notizen machen; ich habe mir einen Beziehungsgraphen mit allen NSCs (unterteilt nach Auftrittsort) erstellt und bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass es ohne nur sehr schwer möglich ist, die Verflechtungen der Personen in Königsdämmerung immer vor Augen zu haben.

Aber das ist gar nicht das Problem, vor dem ich momentan stehe: Mein jetziges Problem ist der Aufbau des Prologs von Königsdämmerung. Er besteht aus (und das ist auch kein Geheimnis für meine Spielgruppe mehr) einem Theaterstück, welches sich die Charaktere zusammen ansehen können. Naturgemäß findet bei so etwas natürlich wenig Charakterinteraktion statt, während mehrere NSCs auf der Bühne alles geben. Dieses Szenario interessant zu gestalten und nicht in einem ewigen Monolog ausarten zu lassen, ist ziemlich fordernd. Ich habe ziemlich viele Ideen, die hin bis zur totalen Abwandlung des Prologs reichen… eine schwierige Angelegenheit; bis nächsten Sonntag muss eine Lösung her!

Alle Jahre wieder: Amphi-Festival

Seit nun schon vielen Jahren ist der Besuch des Amphi Festivals in Köln mit Freunden fester Bestandteil meines Sommerurlaubs. Der Kölner Tanzbrunnen, die schwarze Szene und die auftretenden Musiker versprühen eine ganz besondere Atmosphäre für meine Begleiter und mich. Auch dieses Jahr wusste das Festival, trotz des in meinen Augen auf dem Papier schwächeren Lineups, vollends zu überzeugen. Auch wenn einige Auftritte auf der Mainstage unter technischen Schwierigkeiten zu leiden hatten (soweit ich es mitbekommen habe, sind die Monitorboxen desöfteren nicht korrekt eingestellt gewesen), war der Sound insgesamt gut. Die Auftritte von Eisfabrik, VNV Nation und vor allem Combichrist waren spitze. Einziger wirklicher negativer Punkt: Die Orbit Stage auf der MS Rhein Energie musste wegen Niedrigwasser auf die andere Rheinseite verlegt werden. Shuttlebusse, die alle 15 bis 20 Minuten zwischen Tanzbrunnen und Anlieger verkehrten, machten aber auch das erträglich. Ein vielfältiges Angebot an Speisen, Getränken und Merchandise rundete das Wochenende ab. Um sich selber einen Eindruck zu verschaffen, empfehle ich die Fotogallerien auf der offiziellen Amphi-Webseite.

Die Armee wird größer

Ein neues Hobby, was ich für mich entdeckt habe, ist Warhammer 40k bzw. Tabletop-Gaming im Allgemeinen. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das Basteln und Malen soviel Spaß macht! Es ist entspannend und erfüllend zugleich, da man mit seinem Arbeitsergebnis später auch das Spiel bestreitet und so eine direktere Bindung zu seinen Figuren hat als wenn man sie einfach aus der Packung genommen hätte. Für alle die es interessiert: Ich habe mich für die Seite des Imperiums entschieden und sammle und spiele Space Marines (Blood Angels Chapter) und Adeptus Mechanicus :). Dieser Onager Dunecrawler wartet seit heute nur noch auf seine Grundierung und den Anstrich, ehe er in die Schlacht eingreifen wird!

Stay Forever in der Stadtbibliothek Köln

Ich höre schon seit vielen Jahren den wunderbaren Podcast Stay Forever von den beiden ehemaligen Gamestar-Redakteuren Gunnar Lott und Christian Schmidt. Auf Grund ihrer sehr erfolgreich verlaufenden Patreon-Kampagne, machten sie ihren Fans im Juli einen oft geäußerten Wunsch wahr und gingen auf eine kleine Live-Tour durch Deutschland. Köln war am vergangenen Freitag die fünfte von insgesamt sieben Stationen und ich war dabei.

Mit der Stadtbibliothek Köln nahe des Neumarkts und der Schildergasse haben die beiden Podcaster einen durchaus nicht alltäglichen Ort für derartige Veranstaltungen gewählt – dachte ich zumindest. Wie die knapp 150 Zuschauer im komplett gefüllten Veranstaltungssaal schon zu Beginn der Veranstaltung erfuhren, ist dafür die Event-Reihe geeks@cologne verantwortlich. Unter diesem Titel organisiert die Stadtbibliothek Köln seit 2012 diverse Events und Workshops zu den Themen Technologie, Netzkultur und Games. Eine großartige Sache, wie ich finde!

Nachdem Gunnar Lott und Christian Schmidt die Bühne betreten hatten und die etwas verhaltene Stimmung in den ersten fünfzehn Minuten gut zu lockern vermochten, begann ein Feuerwerk an persönlichen und beruflichen Anekdoten der beiden. Die Bedeutung von Computerspielen in ihrer Kindheit und Jugend und das unterschiedliche Herangehen der beiden an Spiele – besonders eindrucksvoll an einem Sarkophag-Rätsel eines Textadventures verdeutlicht – nahmen einen großen Teil der knapp 90-minütigen Show ein. Auf dem Sarkophag-Rätsel aufbauend, gingen die Podcaster auf weitere absurde Rätsel aus Spielen wie z.B. A Hitchhiker’s Guide to the Galaxy (Erlangen des Babelfisches) oder The Longest Journey (Angeln eines Items aus einem Brunnen) ein.  Erzählungen von Gunnars Erfahrungen als spieleaffiner Vater mit seiner Tochter und Ausführungen zu Christians Spielesammlung (die langsam aber sicher das gesamte Haus der Eltern einnimmt) rundeten zusammen mit einem Publikumsquiz und gespielten Spiele-Pitches zu Pacman in verschiedenen Jahrzehnten von den Achtzigern bis heute den unterhaltsamen Abend ab. Außerdem gab es für einige Leute Gratispizzen vom Sponsor – den Entwicklern des „natürlich besten Pizzaspiels der Welt“ ;-).

Am Ende standen die beiden auch noch für Fotos und Autogramme am Merchandise-Stand bereit. Ein schöner Abend unter Gleichgesinnten!

Meine Videospiele 2016

Schon wieder ist ein Jahr vorbei. Und wer die unzähligen Jahresrückblick-Berichte, -Videos, -Podcasts, -Hitlisten, etc. beobachtet hat, wird festellen: Das war ein verdammt gutes Jahr für die Videospiele. Eine solch hohe Dichte an Top-Titeln gab es gefühlt schon länger nicht mehr. Auch wenn ich dieses Jahr mit analogen Spielen (Descent, Pandemie Cthulhu, Zombicide, Magic, etc. pp.) mindestens genau so viel Spaß hatte wie mit den digitalen, soll es hier – in gewohnter Tradition – um letztere gehen. Die Top-5 Liste gestaltet sich da schon schwer genug :-).

Beginnen will ich aber mit meinen persönlichen Enttäuschungen des Jahres; dabei handelt es sich nicht um schlechte Spiele, sondern um Titel die meine (teilweise zugegebenermaßen hohen) Erwartungen nicht erfüllen konnten und sogar deutlich unterwandert haben:

  • Deus Ex – Mankind Divided (#wenigerfreiraum #schwachetechnik #verschenktespotential)
  • Mafia 3 (#repetitiv #repetitiv #repetitiv)
  • Skyrim Special Edition (#modssindbesser #zuteuer)

Wie einleitend bereits angekündigt, gab es neben erwarteten Hits (zu denen ich ganz am Ende komme) auch einige Überraschungen. Das hier waren meine:

  • World of Final Fantasy (#oldschool #pokemonfeeling #technischeinwandfrei)
  • Firewatch (#unaufgeregt #tollegeschichte #entspanntesspiel)
  • Undertale (#nostalgie #deepemessageundso)
  • Planet Coaster (#dasbessererollercoastertycoon)
  • Ghost of a Tale (#frischessetting #gutesschleichen #mäuse)
  • Superhot (#überraschung #frischemechanik #super #hot)
  • Salt and Sanctuary (#2ddarksouls #multiplayerspaß)
  • Titanfall 2 (#seriebisherignoriert #perfectgunplay)

Nun die Königskategorie – ich habe mich bei der Reihenfolge wirklich schwer getan. Aber mit dieser hier kann ich mich anfreunden:

  • Platz 5: Uncharted 4 – A Thief’s End (#bombast #spannung #augenweide #besseralslara)
  • Platz 4: Superhot (#überraschung #frischemechanik #super #hot)
  • Platz 3: Dead by Daylight (#gänsehaut #panik #asymmetrisch #vonmirmeistgespielt)
  • Platz 2: Final Fantasy XV (#besterteilseit10 #innovativeskämpfen #supertruppe)
  • Platz 1: Dark Souls 3 (#moreofthesame #thesameisstillthebest)

Honorable Mentions (zusätzlich zu den Überraschungen des Jahres): Destiny: Rise of Iron, The DivisionTrackmania Turbo, Super Mario Run, Overwatch, Shadow Tactics: Blades of the Shogun, Owlboy

Eingekocht: Apfel-Cider-Aufstrich

Kommende Woche steht bei mir Weckmann-Essen auf dem Programm. Die Vorbereitung dafür startete schon heute: Ich habe einen Brotaufstrich aus Äpfeln und Cider eingekocht. Das Ganze ist relativ einfach. Für die auf dem Foto zu sehende Menge benötigt man:

  • 2 Kilogramm Äpfel (ich empfehle rote, fast überreife Rosenäpfel)
  • 600 Milliliter Cider (trocken, aus überreifen Äpfeln)
  • 10 Zweige frischer Thymian
  • 1 Teelöffel Salz
  • 150 Gramm Zucker
  • 1 Schuss Zitronensaft
  • 1 Schuss Apfelessig

Die Zubereitung besteht aus zwei Teilen und ist denkbar einfach: Zunächst die gewaschenen (ungeschälten) und in kleine Stücke geschnittenen Äpfel mit allen anderen Zutaten (außer dem Essig) in einen Topf geben und solange einkochen, bis die Äpfel zerfallen und der Cider verkocht ist. Das dauert schätzungsweise anderthalb Stunden. Anschließend wird der Topfinhalt durch ein Sieb passiert. Der Siebinhalt kann weg; der Rest wird anschließend in eine Auflaufform gegeben und nochmal circa 40 Minuten bei 150 Grad im Backofen erhitzt. Zum Schluss wird der Aufstrich mit dem Apfelessig und Zucker nach persönlichem Geschmack abgeschmeckt und kann abgefüllt werden. Guten Hunger!

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Spielentdeckung: TIS-100

TIS-100 ist die Kurzform von Tessellated Intelligence System 100, einer Mehrkern RISC-Computerarchitektur aus dem Nachlass unseres verstorbenen Onkels. Unsere Tante Doris hat diesen Rechner in der Garage ihres Gatten kurz nach dessen Tod gefunden und bittet uns Nachforschungen anzustellen, um mehr über die letzten Arbeiten des Verstorbenen zu erfahren. Leider ist der Computer in keinem guten Zustand, sodass wir uns die Bedienungsanleitung (die Informationen über die Architektur des Systems und die Assembler-Befehle beinhaltet) schnappen müssen, um kleine Programme zum Debuggen des Systems zu schreiben.

Soweit die Story – im Spiel selber betrachtet man den eingebauten Code-Editor samt Debugger und implementieren Lösungen zu  (in der Schwierigkeit rasch ansteigenden) Aufgaben. Die Spieloberfläche ist sehr übersichtlich und funktional aufgebaut: Das System ist unterteilt in 12 Nodes (darunter Execution Nodes und Stack Memory Nodes), die den meisten Platz auf dem Bildschirm einnehmen; jede Node verfügt über genau ein Register für den direkten Zugriff. Rote Nodes sind für die aktuelle Aufgabe gesperrt. Auf der linken Seite sehen wir außerdem noch (von oben nach unten) die Aufgabenbeschreibung, Konsolenausgabe und Bedienelemente für die Steuerung des Debuggers. Der Befehlssatz und eine Beschreibung der Architektur gibt als schön aufgemachtes PDF-Dokument, welches ausgedruckt und in Reichweite zum Rechner platziert werden sollte. Außerdem ist es möglich, eigene Aufgaben zu verfassen und an andere Spieler zu verschicken. So ist für unendlich Nachschub gesorgt.

Die Aufgaben reichen von einfachen Einstiegsaufgaben wie „Schreibe den Inhalt von Register A in Register B“ oder „Addieren die Inhalte von Register X und Y und schreibe das Ergebnis in Register Z“ bis hin zu fordernden Aufgaben wie „Lese die Eingabesequenz ein und schreibe den am häufigsten vorkommenden Wert in Register A“. Mir macht das Spiel unglaublich viel Spaß. Je nach Aufgabe ist es auch perfekt zum Knobeln zwischendurch. Wie hoch die Eingangshürde oder der Schwierigkeitsgrad für nicht Programmier-affine Menschen einzuschätzen ist, kann ich leider absolut nicht beurteilen. Es gibt inzwischen auch einen Quasi-Nachfolger, der sich mehr um die Hardware-Seite und Schaltungen dreht (SHINZHEN I/O). Das wohl bekannteste Spiel der Entwickler von Zachtronics ist SpaceChem – ebenfalls ein komplexes Knobelspiel; dort arrangiert man kleine Maschinen um chemische Verbindungen zusammenzubauen.

Unterwegs mit der Nukularmee

Vorgestern Abend war ich zu Besuch bei der „Zurück Gespult“-Tour von Radio Nukular in Bochum. Radio Nukular ist ein Podcast-Projekt, welches Mitte 2014 von Christian Gürnth (gameswelt), Max  „Rockstah“ Nachtsheim und Dominik Hammes (Medien-KuH) ins Leben gerufen wurde. Die drei beschäftigen sich hauptsächlich mit Themen wie Comics, Filmen, Videospielen, Spielzeug und anderen Produkten, die sie seit Kindheitstagen konsumieren. Dazu passt auch der Untertitel des Podcasts: „Der Vergangenheitsbewältigungspodcast“. Mittlerweile ist das Projekt zum Netzwerk angewachsen, das mehrere Podcast-Projekte aus dem näheren Umfeld der drei Gründer vereint.

Und nun also eine Live-Tour quer durch Deutschland. Ich war gespannt, was mich da erwarten würde – die Berichte aus der letztjährigen Mini-Tour hörten sich sehr vielversprechend an. Donnerstag bin ich direkt nach der Arbeit los Richtung Bochumer Christuskirche (auf dem Ticket steht tatsächlich „Sitzplatz: Kirchenbank“); da ich trotz massiver Probleme bei der Parkplatzsuche (die gesamte Bochumer Innenstadt ist eine einzige Baustelle) schon gegen 17:50 mein Auto abgestellt hatte, hatte ich noch einige Zeit totzuschlagen. In der Nähe des City Points gab es erstmal einen Burger mit Pommes zum Abendessen.

Der Einlass zur Show begann zwar erst um 19 Uhr, jedoch bildete sich schon einige Zeit vorher eine Schlange, die noch bis zum Bochumer Ring von der Kirche aus weg wachsen sollte. Ich war relativ früh da und stand im vorderen Drittel. Allerdings galt es dann auch noch gut eine Dreiviertelstunde auf den Einlass zu warten. Ich sage mal so: Noch etwas länger und ich wäre vermutlich erfroren. Dafür konnte ich in der – leider nur sehr spärlich beheizten – Kirche in der dritten Reihe Platz nehmen. Die drei Protagonisten des Abends betraten pünktlich gegen 20 Uhr die Bühne. Was folgte war eine muntere Mischung aus persönlichen Anekdoten, jeder Menge Nerd-Kram und allerlei Insidern; alles rund um das zentrale Thema Videotheken (die Bühne war aufgemacht wie eine) und VHS-Kassetten. Das Sympathische: Man merkte den dreien ihre Nervösität richtig an – bis auf Max sind sie schließlich das Agieren auf der Bühne vor Publikum nicht gerade gewohnt. Noch nervöser war allerdings der freiwillige Helfer aus dem Publikum, welcher sich nicht nur einem knallharten Interview von „Radio Kugelblitz“-Star Benny Borg stellen musste, sondern die drei Podcaster auch während der Show mit Soundeffekten und Körperkraft (beim Umräumen) unterstütze. Die drei haben zu Beginn gesagt, dass der Freiwillige ein dickes Fell haben müsse – dies hat sich bestätigt: Er war Projektionsfläche für allerlei Vorurteile, derbe Witze und mehrdeutige Anspielungen (insbesondere bezüglich seines Migrationshintergrundes). Wer die Jungs nicht kennt, dem könnte das ein wenig übel aufgestoßen sein. Chem (so der Name des Freiwilligen) besaß aber das besagte dicke Fell und auch die geschenkte WiiU am Ende der Show dürfte ihn ausreichend entschädigt haben.

Das Bühnenprogramm wirkte nicht nur bezüglich Chem sehr spontan, aktuell und auf den Abend bezogen, sondern auch die Location bekam ihr Fett weg: Witze über das Ruhrgebiet und die Institution Kirche trugen ebenfalls zu einer sehr guten Stimmung bei. Und dann war da natürlich noch viel mehr, was ich hier nur kurz anreissen kann: Anschauen von herrlich trashigen (real existierenden!) VHS-Trailern, das Vortragen eines Hörspiels und das „Schweden“ (Nachdrehen eines Filmsplots mit begrenzten Mitteln) von Braveheart – siehe auch hier (ein Video von Bochum existiert leider noch nicht außerhalb Snapchats).

Fazit: Mir hat es riesigen Spass gemacht, die drei mal live zu erleben. Als Andenken habe ich mir auch direkt mal ein Plakat am sich schnell leerenden Merchandise-Stand besorgt. Tour 2017? Gerne wieder.